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Ein Geschenk für jemanden, der mit ChatGPT nicht weiterkommt

Ein Geschenk für jemanden, der mit ChatGPT nicht weiterkommt: ein gemeinsamer Nachmittag mit drei Aufgaben, dazu ein Gutschein zum Ausdrucken.

Ein Geschenk für jemanden, der mit ChatGPT nicht weiterkommt

Du kennst jemanden, der es versucht hat. Er hat ChatGPT geöffnet, eine Frage getippt, eine Antwort bekommen und sich gefragt, was daran so besonders sein soll. Danach hat er es nicht wieder aufgemacht. Vielleicht ist es deine Mutter, dein Schwager oder eine Kollegin, die jeden Tag Briefe und Mails schreiben muss und es sich eigentlich leichter machen könnte.

Wenn du so jemandem etwas schenken willst, steckst du in einem Dilemma. Ein Abo wäre unsinnig, denn es ist nicht der Zugang, der fehlt. Ein Technikgerät schon gar nicht. Und ein „Probier das mal aus" verpufft, weil es genau das ist, was er schon probiert hat.

Woran es meistens liegt

Wer mit ChatGPT nicht weiterkommt, hat selten ein technisches Problem. Meistens steht eine von drei Hürden dazwischen.

Die erste: Er weiß nicht, was er fragen soll. Das Eingabefeld ist leer, und leer wirkt es schwerer, als es ist.

Die zweite: Die erste Antwort enttäuscht, und er hält das für das Ergebnis. Dabei ist eine KI-Antwort ein Entwurf. Erst die zweite und dritte Frage machen daraus etwas Brauchbares. Genau das hat niemand dem Beschenkten gesagt. Wie das geht, steht in „Wie verbessere ich eine unpassende KI-Antwort".

Die dritte: Die Antworten sind allgemein und passen nicht zu seinem Leben. Das liegt fast immer daran, dass die KI nichts über ihn weiß. Warum das so ist, erklärt der Artikel „ChatGPT liefert nur Mittelmaß: Daran liegt es wirklich".

Alle drei Hürden lassen sich in einem Nachmittag überwinden, wenn jemand daneben sitzt.

Das Geschenk: ein Nachmittag

Das beste Geschenk ist deshalb keine Sache, sondern deine Zeit. Du setzt dich zwei Stunden mit der Person hin, ein Laptop auf dem Tisch, Kaffee daneben. Du zeigst nichts vor, du lässt sie selbst tippen.

So sieht der Nachmittag aus:

Erste Aufgabe: etwas, das sie wirklich nervt. Ein Brief, den sie schon zwei Wochen vor sich herschiebt. Eine Mail an die Hausverwaltung. Ein Geburtstagsgruß, bei dem ihr nichts einfällt. Nicht ein Übungsbeispiel, sondern etwas aus ihrem Alltag. Sie tippt, die KI antwortet, und fast immer ist die erste Antwort nicht gut genug.

Zweite Aufgabe: nachbessern. Jetzt kommt der Teil, den die meisten nie erleben. Sie sagt der KI, was nicht passt: zu lang, zu steif, nicht ihr Ton. Und die Antwort wird besser. In diesem Moment kippt es bei den meisten. Sie merken, dass sie das Gespräch steuern.

Dritte Aufgabe: etwas Neues. Ein Rezept aus dem, was im Kühlschrank liegt. Eine Reiseplanung. Eine Erklärung für einen Begriff, den sie nie verstanden hat. Hier lernt sie, dass man auch fragen darf, wenn man nicht weiß, wie man fragen soll.

Dann lass sie allein weitermachen. Du hast nicht die Aufgabe, ihr alles zu erklären, nur den Einstieg zu schaffen.

Der Gutschein dazu

Damit der Nachmittag nicht nur eine nette Absicht bleibt, brauchst du etwas zum Verschenken. Ich habe dafür einen Gutschein gebaut: https://better-computing.com/ki-einfach-nutzen/Gutschein-Ich-zeig-dir-ChatGPT.pdf

Es ist ein PDF zum Ausdrucken, A4 mit zwei Karten. Vorne steht „Gutschein für einen Nachmittag: Ich zeig dir, wie ChatGPT für dich arbeitet", mit Feldern für Wer, Von wem und Wann. Auf der Rückseite stehen drei Aufgaben für den Nachmittag. Du lädst ihn ohne Anmeldung herunter, druckst ihn aus und legst ihn in eine Karte oder zu einem Buch.

Und ein Buch dazu?

Ein Gutschein allein kann sich anfühlen wie ein Versprechen, das irgendwann eingelöst wird. Ein Buch macht ihn greifbar. Es gibt der beschenkten Person etwas in die Hand, in dem sie nachlesen kann, wenn du nicht da bist.

Dafür habe ich „Es liegt nicht an ChatGPT" geschrieben. Es erklärt Schritt für Schritt, wie man ChatGPT gute Aufgaben stellt, mit einem Gerüst aus fünf Punkten und 50 Vorlagen für typische Situationen von Büro bis Alltag. Es ist als Einstieg für Leute gedacht, die noch nie mit KI gearbeitet haben, und setzt nichts voraus.

Als E-Book hast du es sofort, auch kurz vor dem Fest. Als Taschenbuch brauchst du etwas Vorlauf für die Lieferung, bestell es also nicht erst in der letzten Woche.

Was du lieber nicht tust

Drei Dinge gehen zuverlässig schief.

Du erklärst alles selbst und lässt sie nur zusehen. Dann hat sie nach zwei Stunden den Eindruck, du seist gut darin, aber sie nicht.

Du fängst mit Prompt-Regeln an. Niemand will in der ersten Stunde ein Schema lernen. Erst die eigene Aufgabe, später das Handwerkszeug.

Du schenkst es jemandem, der gar nicht will. Wer KI nicht ausprobieren möchte, fühlt sich durch ein solches Geschenk eher belehrt. Frag vorher, ob die Person neugierig ist.

Zum Schluss

Ein Geschenk, das nicht nach drei Tagen in der Schublade liegt, ist eines, das sich benutzen lässt. Zwei Stunden mit dir, ein gedruckter Gutschein und ein Buch zum Nachschlagen genügen dafür.

Und falls du selbst nicht sicher bist, wie du den Nachmittag anfängst: Probier die drei Aufgaben vorher einmal allein aus. Zehn Minuten reichen, damit du die Fallen kennst.