Anzeige Es liegt nicht an CHATGPT
Markus, Mitte vierzig, leitet eine Abteilung. Er hat ChatGPT ausprobiert, mehrmals. Jedes Mal kam dasselbe heraus: glattpolierter Text ohne jede Ecke, den er am Ende doch selbst neu geschrieben hat. Nachfragen mag er im Büro nicht – wer will schon als derjenige dastehen, der das mit der KI nicht hinbekommt?
Falls dir das bekannt vorkommt: Es liegt nicht an ChatGPT. Es liegt auch nicht an deinem Abo, deinem Tool oder einem geheimen Trick, den alle anderen kennen. Es liegt daran, was du der KI sagst – und vor allem, was du ihr verschweigst.
Zwei Prompts, zwei Welten
Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag. Ein Kunde hat sich beschwert, du sollst antworten.
Vorher: „Schreib eine Antwort auf eine Kundenbeschwerde."
Nachher: „Ich führe ein kleines Online-Geschäft. Ein Kunde beschwert sich, dass seine Bestellung nach zwölf Tagen noch nicht da ist – laut Sendungsverfolgung liegt das Paket beim Zusteller. Schreib eine Antwort: entschuldigen, den Stand erklären, als Ausgleich einen Gutschein über zehn Prozent anbieten. Ton: persönlich und ehrlich, kein Standardtext. Maximal fünf Sätze."
Der erste Prompt liefert genau das, was Markus so frustriert: drei Absätze steifes Bürodeutsch, austauschbar mit jeder anderen Beschwerdeantwort der Welt. Der zweite liefert einen Entwurf, an dem kaum noch etwas zu ändern ist. Der Unterschied kostet dich dreißig Sekunden Tipparbeit – und spart dir zwanzig Minuten Nacharbeit.
Was genau macht den zweiten Prompt besser? Zwei Dinge vor allem.
Die KI kennt dich nicht
Das klingt banal, wird aber ständig vergessen: Die KI weiß nichts über dich. Nicht, wo du arbeitest. Nicht, wer deine Kunden sind. Nicht, was passiert ist und was du erreichen willst.
Fehlen diese Informationen, füllt die KI die Lücken mit Standardwerten. Und Standardwerte erzeugen Standardtexte – korrekt, höflich, seelenlos. Genau der Einheitsbrei, den du kennst.
Die Lösung ist unspektakulär: Gib der KI den Hintergrund, den auch ein neuer Kollege bräuchte, bevor er die Aufgabe übernehmen könnte. Meist reichen zwei, drei Sätze. Im Beispiel oben sind es die Situation (Bestellung verspätet, Paket beim Zusteller) und das Ziel (entschuldigen, erklären, Gutschein anbieten).
Ein Thema ist keine Aufgabe
Der zweite Punkt: „Schreib eine Antwort auf eine Kundenbeschwerde" nennt nur ein Thema. Eine echte Aufgabe beantwortet drei Fragen, die im ersten Prompt komplett offenbleiben.
Welches Format soll es werden – E-Mail, Stichpunkte, Fließtext? Welche Länge – drei Sätze oder eine Seite? Und welches Ziel – informieren, besänftigen, überzeugen?
Lässt du das offen, entscheidet die KI. Und sie entscheidet immer für die Mitte: mittellang, mittelformell, mittelmäßig. Der zweite Prompt legt dagegen alles fest – fünf Sätze, persönlicher Ton, klares Ziel. Deshalb sitzt das Ergebnis.
Zwei von fünf Bausteinen
Kontext und Aufgabe sind zwei Bausteine eines Rahmens, mit dem sich jeder vage Prompt systematisch in eine präzise Anweisung verwandeln lässt: der PRAKT-Ansatz. Die Buchstaben stehen für Persona, Rolle der Eingabe, Aufgabe, Kontext und Ton.
Die beiden Bausteine aus diesem Artikel beheben bereits die häufigsten Fehler. Die übrigen drei entscheiden darüber, ob ein Text nur brauchbar ist – oder klingt, als hättest du ihn selbst geschrieben. Wie sie funktionieren und vor allem, wie sie zusammenspielen, sprengt einen Blogartikel.
Genau dafür gibt es das Buch „Es liegt nicht an ChatGPT": alle fünf PRAKT-Bausteine Schritt für Schritt erklärt, dazu 50 fertige Prompt-Vorlagen für Job und Alltag und ein Cheat-Sheet zum Nachschlagen.
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