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Von Windows zu Linux wechseln – Dateien behalten

Wie du sicher von Windows zu Ubuntu Linux migrierst, alle deine Dateien behältst und typische Fallstricke wie BitLocker und Fast Startup vermeidest.

Warum deine Dateien sicher sind — wenn du dich vorbereitest

Die größte Angst beim Wechsel zu Linux ist, alles zu verlieren: jahrelange Fotos, Dokumente, Musik, gespeicherte Passwörter. Diese Angst ist absolut verständlich — und vollständig vermeidbar.

Die gute Nachricht: Modernes Ubuntu kommt gut mit deinen Windows-Dateien zurecht. Entscheidend ist aber, was du vor der Installation machst. Wer die folgenden Schritte befolgt, findet seine Dateien danach genauso vor wie zuvor.


Versteh, was du wirklich riskierst

Jede Betriebssystem-Installation greift auf deine Festplatte zu. Wenn dabei etwas schiefläuft — ein Stromausfall mitten in der Installation, ein falscher Klick, ein beschädigtes Laufwerk, von dem du nichts wusstest — können Daten verloren gehen.

Dazu kommt ein Unterschied im Dateisystem. Linux nutzt ein Format namens ext4 für seine eigene Partition. Windows kann ext4 überhaupt nicht lesen. Bei einem Dual-Boot-System (Windows und Ubuntu auf demselben Rechner) gilt daher: Deine Windows-Dateien sind von Ubuntu aus sichtbar, deine Linux-Dateien bleiben von Windows aus unsichtbar. Das ist kein Fehler — so funktionieren die beiden Systeme eben.

Die praktische Lösung: Sichere alles, bevor du anfängst, und lagere wichtige Dateien an einem Ort, auf den beide Systeme zugreifen können.


Schritt 1: Alles sichern (kein optionaler Schritt)

Bevor du deine Festplatte anfasst, kopiere deine wichtigen Dateien an einen externen Ort. Überspring diesen Schritt nicht — auch dann nicht, wenn die Installation problemlos läuft.

Was du sichern solltest:

Wo du sichern solltest:

Orientiere dich an der 3-2-1-Regel: drei Kopien deiner Daten, auf zwei unterschiedlichen Medientypen, davon eine außerhalb deines Computers. Das klingt übertrieben — bis zu dem Tag, an dem du sie wirklich brauchst.


Schritt 2: BitLocker-Verschlüsselung prüfen

Hier werden viele Einsteiger kalt erwischt. BitLocker ist Windows’ Laufwerksverschlüsselung — ist sie aktiv, kann der Ubuntu-Installer deine Windows-Partition nicht verkleinern. Er bricht einfach ab und fordert dich auf, BitLocker zuerst zu deaktivieren.

Das Überraschende dabei: Windows 11 könnte BitLocker automatisch aktiviert haben, ohne dass du es je eingeschaltet hast. Prüfe das also auch dann, wenn du sicher bist, es nie aktiviert zu haben.

So prüfst und deaktivierst du es: Systemsteuerung → System und Sicherheit → BitLocker-Laufwerkverschlüsselung. Falls es aktiv ist, klicke auf „BitLocker deaktivieren.“ Windows entschlüsselt das Laufwerk — das kann eine Weile dauern, aber du kannst den Rechner währenddessen normal nutzen.


Schritt 3: Fast Startup deaktivieren

Fast Startup beschleunigt den Windows-Start, indem beim Herunterfahren ein Teil des Systemzustands als Snapshot gespeichert wird. Das Problem: Dadurch kann dein Windows-Laufwerk in einem gesperrten Zustand verbleiben, der Ubuntu daran hindert, es korrekt zu lesen.

Hier deaktivierst du es: Systemsteuerung → Energieoptionen → Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll → Einstellungen ändern, die momentan nicht verfügbar sind → Häkchen bei „Schnellstart aktivieren“ entfernen → Änderungen speichern.


Erst ausprobieren, dann entscheiden

Du musst nichts installieren, um Ubuntu auszuprobieren. Lade die Ubuntu-ISO-Datei herunter, schreibe sie mit dem kostenlosen Tool Rufus auf einen USB-Stick und starte davon. Du siehst dann die Option „Ubuntu ausprobieren“ — damit läuft das vollständige System direkt vom USB-Stick, ohne deine Festplatte auch nur anzutasten.

Das ist wirklich nützlich. Du kannst prüfen, ob dein WLAN funktioniert, ob die Bildschirmauflösung stimmt und ob du dich mit der Oberfläche wohlfühlst — ganz ohne Risiko.


Auf Windows-Dateien von Ubuntu aus zugreifen

Sobald Ubuntu installiert ist, kommst du problemlos an deine Windows-Dateien. Ubuntu bringt von Haus aus Unterstützung für NTFS (das Windows-Dateisystem) mit, sodass deine Windows-Partition im Dateimanager wie ein ganz normaler Ordner erscheint.

Du kannst Dateien normal lesen, kopieren und speichern. Eine sinnvolle Gewohnheit: Nutze deine Windows-C-Partition nicht als alltäglichen Speicherort unter Linux. Richte stattdessen einen separaten Ordner oder eine eigene Partition im NTFS-Format ein, auf die beide Systeme zugreifen können — eine Art gemeinsames Regal für beide Betriebssysteme.


Backups in Ubuntu sofort einrichten

Sobald du Ubuntu nutzt, richte umgehend eine Backup-Routine ein — warte nicht, bis etwas schiefgeht.

Nutze beide zusammen. Timeshift schützt Ubuntu. Déjà Dup schützt deine persönlichen Dateien. Keines ersetzt das andere.


Die Kurzfassung

Der Wechsel zu Linux bedeutet nicht, von vorne anzufangen. Deine Fotos, Dokumente und Dateien kommen mit. Die Schritte im Überblick:

  1. Zuerst auf eine externe Festplatte sichern — bevor du irgendetwas anderes tust
  2. BitLocker und Fast Startup in Windows deaktivieren
  3. Ubuntu von einem USB-Stick ausprobieren, bevor du es installierst
  4. Über den Ubuntu-Dateimanager auf deine Windows-Dateien zugreifen
  5. Déjà Dup und Timeshift am ersten Tag einrichten

Wer diese fünf Dinge erledigt, hat wenig zu befürchten.

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