Die Samsung 870 EVO 500 GB ist eine SATA-3.0-SSD, die unter Linux ohne zusätzliche Treiber betrieben werden kann. Das Laufwerk wird über das Standard-ATA-Subsystem des Kernels (libata) angesprochen. Getestet wurde unter Ubuntu 20.10, Linux Mint, Arch Linux und Manjaro, jeweils mit Kernel 5.11.
Was funktioniert
Die SSD wird von jedem modernen Linux-Kernel automatisch erkannt; es sind keine zusätzlichen Kernel-Module erforderlich. SMART-Monitoring ist über smartmontools vollständig nutzbar, inklusive Selbsttests und Laufzeitüberwachung. Periodic TRIM funktioniert zuverlässig und ist in Ubuntu, Debian und Linux Mint bereits standardmäßig über fstrim.timer aktiviert. Firmware-Updates sind über fwupd und das LVFS-Repository möglich, sofern das Laufwerk in der LVFS-Datenbank gelistet ist.
Einschränkungen
Der Kernel kennzeichnet die 870 EVO ab Version 5.15 in libata-core.c mit den Flags ATA_HORKAGE_NO_NCQ_TRIM und ATA_HORKAGE_ZERO_AFTER_TRIM. Das bedeutet: Queued TRIM (Continuous TRIM via discard-Mount-Option) wird automatisch deaktiviert, weil es auf Intel-, ASMedia- und Marvell-SATA-Controllern zu I/O-Fehlern und Systemhängen führen kann. Auf älteren AMD/ATI-Chipsätzen der SB7x0/SB8x0/SB9x0-Reihe deaktiviert der Kernel zusätzlich NCQ vollständig; neuere AMD-Controller mit Vendor-ID 0x1022 sind davon nicht betroffen. Auf Kerneln vor 5.14 sind diese Schutz-Quirks nicht vorhanden, was sporadische Fehler im laufenden Betrieb begünstigen kann.
Workaround
Wer die discard-Option in /etc/fstab eingetragen hat, sollte diese entfernen und stattdessen auf Periodic TRIM umstellen. Der systemd-Timer lässt sich mit folgendem Befehl aktivieren:
sudo systemctl enable --now fstrim.timer
Damit wird TRIM wöchentlich außerhalb des normalen I/O-Pfads ausgeführt, ohne Queued-TRIM-Pfade zu verwenden. Ubuntu ab Version 18.04 und aktuelle Versionen von Linux Mint konfigurieren dies bereits standardmäßig so.
Fazit
Die Samsung 870 EVO 500 GB funktioniert unter Linux im Alltag ohne besonderen Konfigurationsaufwand, sofern Periodic TRIM verwendet wird und kein älterer AMD/ATI-SATA-Controller verbaut ist. Das Kernel-Blacklisting für Queued TRIM ist ein bekanntes und dokumentiertes Problem, das auf Kerneln ab 5.15 automatisch behandelt wird. Für Systeme mit älteren Kerneln oder älteren AMD/ATI-Chipsätzen ist Vorsicht angebracht.
Was andere Nutzer berichten
- Phoronix — Linux-Performance-Review auf AMD Zen 3 / Ubuntu 20.10 mit Kernel 5.11; EXT4, MQ-DEADLINE-Scheduler.
- Phoronix News — Berichtet über anhaltende Queued-TRIM/NCQ-Probleme der 860/870-Serie mit Intel-, ASMedia- und Marvell-SATA-Controllern.
- Linux Mint Forum — Nutzer berichten von problemlosem Betrieb der 870 EVO mit Periodic TRIM; Continuous TRIM (discard) wird nicht empfohlen.
- Arch Linux Forum — Diskussion zu journalctl-Fehlern bei der 870 EVO; NCQ-Deaktivierung durch den Kernel als Lösung bestätigt.
- TechStory — Erläutert den Kernel-Patch, der Queued TRIM und NCQ für Samsung 860/870 auf bestimmten SATA-Controllern deaktiviert.
- nixCraft — Anleitung zum Firmware-Update von Samsung-SSDs unter Linux via fwupdmgr/LVFS.