Linux Hardware Guide

Logitech MX Keys S unter Linux: Kompatibilität & Tipps

Logitech MX Keys S unter Linux: Grundfunktionen out-of-the-box per Logi Bolt & Bluetooth. Erweiterte Features nur via Solaar. Bekannte Probleme dokumentiert.

Sofort lauffähig
Logitech MX Keys S
Tippen & Grundfunktionen per Logi Bolt/BT sofort nutzbar; Extras nur via Solaar
Kernel7.1UbuntuLinux MintopenSUSEArch Linux

Die Logitech MX Keys S ist eine kabellose Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung, die per Logi Bolt USB-Empfänger oder Bluetooth Low Energy verbunden werden kann. Unter Linux funktioniert das Tippen mit Standardtasten, Lautstärkeregelung und Fn-Umschaltung ohne zusätzliche Einrichtung. Für erweiterte Funktionen wie Beleuchtungssteuerung und Tastenbelegung ist die Open-Source-Anwendung Solaar erforderlich, da Logitechs eigene Konfigurations-App Logi Options+ unter Linux nicht verfügbar ist.

Was funktioniert

Der Logi Bolt Empfänger ist HID-konform und arbeitet als Plug-and-Play-Gerät, das bereits ab dem BIOS erkannt wird. Die Tastatur ist werkseitig mit dem mitgelieferten Empfänger gekoppelt, sodass nach dem Einstecken sofort Eingaben möglich sind. Bluetooth-Verbindungen funktionieren ebenfalls, erfordern beim erstmaligen Koppeln jedoch manuelle Schritte: Es muss ein sechsstelliger Code auf der Tastatur eingegeben werden, der bei grafischen Bluetooth-Managern nicht immer automatisch abgefragt wird. Mit Kernel 7.1 wurde die Geräte-ID der MX Keys S explizit in den hid-logitech-hidpp-Treiber aufgenommen, was die automatische Erkennung gegenüber älteren Kernelversionen verbessert.

Einschränkungen

Logi Options+ steht unter Linux nicht zur Verfügung, womit Beleuchtungssteuerung, programmierbare Tasten und die Flow-Funktion über den offiziellen Weg nicht konfigurierbar sind. Einige Sondertasten, darunter die Desktop- und die Lock-Taste, sind hardwareseitig auf Windows-spezifische Funktionen vorbelegt und lassen sich nicht über Standardwerkzeuge wie xinput umdefinieren. Die Tastatur verfügt über keinen programmierbaren Speicher, weshalb alle Anpassungen betriebssystemseitig verwaltet werden müssen und beim Wechsel des Rechners nicht erhalten bleiben. Außerdem berichten mehrere Nutzer von einem Suspend-Problem: Das System wacht nach dem Schlafmodus sofort wieder auf, wenn der Logi Bolt Empfänger eingesteckt bleibt.

Solaar als Workaround

Solaar ist ein quelloffener Linux-Manager für Logitech-Geräte, der einen Großteil des HID++-Protokolls unterstützt und damit Funktionen zugänglich macht, die sonst nur über Logi Options+ verfügbar wären. Über den integrierten Rule-Editor lassen sich Sondertasten mit eigenen Aktionen belegen, was funktional mit Logi Options+ vergleichbar ist, aber eine regelbasierte Konfiguration erfordert. Es wird empfohlen, die aktuelle Version direkt aus dem GitHub-Repository zu beziehen, da Distributionspakete die MX Keys S möglicherweise noch nicht vollständig abdecken. Für den Logi Bolt Empfänger sollte dieser direkt an einem USB-Port des Rechners betrieben werden, da passive USB-Hubs in Verbindung mit aktivem HID++ zu Verbindungsabbrüchen führen können.

Fazit

Die Logitech MX Keys S ist unter Linux als Eingabegerät ohne Einrichtungsaufwand nutzbar. Wer ausschließlich tippt und auf Sonderfunktionen verzichten kann, benötigt keine zusätzliche Software. Für Beleuchtung, Tastenprogrammierung und vollständige Protokollunterstützung ist Solaar notwendig, das auf Ubuntu, Linux Mint, openSUSE und Arch Linux einsetzbar ist. Das Suspend-Problem mit dem Logi Bolt Empfänger und das manuelle Bluetooth-Pairing sind bekannte Einschränkungen, für die es jeweils Workarounds gibt, die aber einen zusätzlichen Einrichtungsschritt erfordern.

Was andere Nutzer berichten